Mittwoch, 24. August 2016

Geschichten aus dem real existierenden Kapitalismus (22)

Heute: Schöne neue Paketwelt

Die Zeiten, in denen die während des Tages aufgegebenen Pakete von DHL bei den Postfilialen abends eingesammelt wurden, sind offenbar auch vorbei. 

Der LKW kommt irgendwann am Tag. Damit liegen, wie bisher schon bei Herpes, die halben Sendungen erst einmal einen Tag lang in den Annahmestellen herum. Immer wieder erstaunlich. Kaum hat man gemeint, dieser Service könne nun wirklich nicht mehr schlechter werden, fällt ihnen was neues ein.

Montag, 22. August 2016

Danke, Toots...


...für die wunderbare Musik. Jetzt ist er bei den vielen anderen Großen, mit denen er in seinem Leben musiziert hat.

Samstag, 20. August 2016

Le dabiste

In Wattignies bei Lille haben sie einen dabiste überfallen, meldet die Voix du Nord. Einen was...? 

Der Artikel lässt es schließlich erahnen. Der dabiste ist derjenige, der den distributeur automatique de billets wartet und auffüllt, also den Geldautomaten bei der Bank. Distributeur automatique de billets -> DAB -> dabiste. Darauf muss man erst einmal kommen.

Sonntag, 14. August 2016

Wau!

In Theux bei Verviers eröffnet im September der erste vegane Hundesalon, meldet La Meuse. Es wird nur Hundeshampoo ohne tierische Bestandteile verwendet, das auch nicht an Tieren getestet worden ist. 

Soweit also alles völlig vegan, aber was nehmen die im veganen Hundesalon statt dem Hund?

Donnerstag, 9. Juni 2016

Tarte au Riz: die Petition


Jetzt gibt es im Internet eine Petition zur Rettung der Tarte au Riz nach dem Originalrezept aus Verviers. Initiator ist das Convivium Slow Food  Metropolitan Brussels.


Dort ist man der Ansicht, die Argumentation der AFSCA sei unsinnig, da die Reistorte samt Füllung gebacken würde und Probleme wegen Keimen in der Rohmilch so erst gar nicht entstehen könnten.

Vielmehr wolle die AFSCA, nachdem sie in ihrem Übereifer bereits den originalen Limburger Käse auf dem Gewissen hat, den Herrschaften bei Danone, Müller und Tuffi ein weiteres Rohmilchprodukt aus dem Weg räumen. Schließlich verdienen die Konzerne nichts daran, wenn die Bauern ihre Milch direkt an die Bäcker verkaufen.

Zur Unterzeichnung der Petition bitte -> hier lang. Danke.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Das Ende der traditionellen Reistorte?

Eine der beliebtesten belgischen Spezialitäten ist ohne Frage die Reistorte, die Tarte au Riz. Ursprünglich stammt sie aus Verviers, aber sie wird schon seit vielen Jahren in ganz Belgien angeboten. 

Obwohl, so gut wie in Verviers ist sie nirgends. Eine richtige Reistorte ist ganz in der Mitte noch fast flüssig.  Je weiter man sich von der Stadt an der Weser entfernt, desto mehr ist sie durchgebacken und in Ostende muss man schon dazu trinken.

In Verviers und Umgebung wird sie zudem aus Rohmilch direkt vom Bauern hergestellt und im Bäckerladen bis zum Verkauf nicht gekühlt. Nur so behält sie ihr unvergleichliches Aroma.

Das hat lange Zeit niemand gestört. Doch in den letzten Jahren hat sich die Föderale Agentur für die Sicherheit der Nahrungskette (AFSCA) dem Kampf gegen die Rohmilch verschrieben. Erstes Opfer ihrer Regulierungswut war der berühmte Fromage de Herve, bei uns auch als Limburger Käse bekannt. Mehrmals hat die AFSCA dem letzten Produzenten, der ihn noch nach dem originalen Rezept hergestellt hat, die gesamte Produktion beschlagnahmt. 

Jetzt geht es der Reistorte an den Kragen. Die soll nach dem Willen der AFSCA künftig nur noch aus pasteurisierter Milch hergestellt und ordentlich gekühlt werden. Nun regt sich selbst in der Politik erster Widerstand gegen diese Maßnahme. Man darf gespannt sein. Und wer die Gelegenheit dazu hat, der sollte dringend noch eine richtige Tarte au Riz aus Verviers probieren, bevor auch sie zu Tode reguliert wird.  

Foto: Wikimedia, Frinck51, CC BY-SA 3.0