Mittwoch, 28. September 2016

Friterien in Nordfrankreich - Maxime in Dünkirchen

Nicht nur in Belgien gibt es gute Friterien. Auch in Nordfrankreich findet man sie. Eine der besten, die wir dies- und jenseits der Grenze kennen, ist Maxime im Hafen von Dünkirchen.

Hier sitzen sie jeden Mittag an langen Tischen einträchtig nebeneinander und lassen es sich schmecken, die Jungs aus dem Hafen ebenso wie die örtlichen Handwerker und die besseren Herrschaften aus den öffentlichen Verwaltungen, die sie nebenan im aufwändig restaurierten Zuckerlagerhaus einquartiert haben.

Bei Maxime gibt es das üblichen Angebot aller Friterien, nur besser, wahlweise einzeln oder als Teller mit Frites und Salat, wobei die Burger das besondere Highlight sind. Das Hackfleisch wird für jeden Burger frisch durch den Wolf gedreht. Es gibt sie in drei Versionen die sich nur in der Üppigkeit des Inhalts unterscheiden, darunter sogar einen mit Maroilles. 

Der Burger allein ist bereits eine Mahlzeit für sich, und wer dazu noch eine kleine Protion Frites bestellt, ist spätestens von der Menge satt, die abgetragen werden muss, bis unter dem Frittenberg auf dem Tablett das Schälchen zum Vorschein kommt. 

Nur wer sein Mittagessen in stiller Andacht zu sich nehmen will, hat eher Pech. Hier isst das Volk, es wird das eine oder andere Bier zum Mittagessen getrunken und der Wein wird gern flaschenweise bestellt. Da geht es schon mal etwas lauter zu. Das ist da einfach so und stört nicht einmal den Hund des Hauses, der tiefentspannt irgendwo unter den Tischen auf dem Boden liegt.

Zu bedauern ist eigentlich nur eins: Maxime ist abends und wochenends geschlossen. 

Maxime - la Friterie, Rue du Magasin Général/

Dienstag, 27. September 2016

Also doch!

Es kreisten schon länger Gerüchte über eine bevorstehende Sprengung des Hochofens 6 in Seraing. Aber solange nichts in der Zeitung steht, wartet man erst einmal ab.

Nun bekommen wir es schwarz auf weiß. La Meuse meldet, dass die eigentlich für übermorgen vorgesehene Sprengung um einige Wochen verschoben worden ist, aber auf jeden Fall stattfindet.

Das Foto zeigt ihn 2007 in einer Aufnahme, die ich seinerzeit der abendlichen Stimmung und der "Notenlinien" wegen unter dem Titel Berceuse Sidérurgique - hüttentechnisches Wiegenlied - veröffentlicht hatte. 

Seraing (B), 14.7.2007 - Pentax K10D, SMC-M 80-200 mm

Friterien in Belgien - 't Centrum in Lombardsijde

Die schlechte Nachricht vorweg: bei Paldy in Oostduinkerke ist wohl endgültig Sense. Seit Ostern hat sich nichts bewegt und im Vorgarten wuchert das Unkraut. Wie schade. Die Fischpfanne werden wir auf ewig vermissen.

Dafür waren wir in letzter Zeit mehrmals bei 't Centrum in Lombardsijde und können nur Gutes berichten. Hell, für eine Friterie durchaus gemütlich, blitzsauber und alles von bester Qualität. Aus unserer Sicht rundum zu empfehlen. Es gibt Toiletten und einen kleinen Kundenparkplatz.

Öffnungszeiten: Mittwoch - Samstag 11.30 bis 14.00 Uhr und 17.00 bis 22.00 Uhr. Sonntag dito, aber nur bis 21 Uhr. Montag und Dienstag geschlossen.

Frituur - Snack 't Centrum, Dorpsplein 21/Ecke Bamburgstraat. Wenn man von Nieuwpoort kommt, einfach hinter der Brücke über die Ijzer und dem Denkmal für König Albert rechts und dann immer geradeaus, den Straßenbahnschienen nach.  

Montag, 26. September 2016

Neues aus Dünkirchen

Wir sind schon seit Donnerstag hier, aber bis heute Abend gab es Probleme mit dem Internetzugang. Daher jetzt erst die wenigen Neuigkeiten.

Große Änderungen gibt es seit Ostern keine, dafür aber eine, die umso ärgerlicher ist:
















Sie haben auf der Digue du Braek unseren Lieblingsplatz, das kleine Rondell gegenüber von Stahlwerk und Kokerei, mit einer Leitplanke so abgesperrt, dass man da nicht mehr mit dem Auto stehen kann. Da haben wir früher viele Abende verbracht und jede Menge Nachtaufnahmen vom Hüttenwerk gemacht. Kein Heiligabend, wo wir nicht dort die Nine Lessons and Carols auf BBC Radio 4 gehört und die Fackel am Hochofen beobachtet haben. 

Was müssen das für jämmerliche Existenzen sein, die in ihrem freudlosen Leben nichts besseren zu tun haben, als ständig darüber nachzudenken, wie sie ihren Mitmenschen auch noch das kleinste unschuldige Vergnügen stehlen können.

Der Hafen liegt nach wie vor voll mit Explorationsschiffen. Die haben nur fast alle das AIS ausgeschaltet, damit das Elend bei Marinetraffic nicht so auffällt. 














Im Trockendock erhält gerade die Pride of Canterbury einen neuen Anstrich. 
















Wir waren am Samstag in Calais, und haben eine Weile am Strand gestanden. Dabei sind diese Bilder entstanden. Auf dem ersten kommt die Pride of Kent um die Ecke gerostet und auf dem zweiten kreuzen sich vor dem Strand die Calais Seaways und die Spirit of France.

















Wir sind seither noch nicht wieder dort gewesen. Zu dem ganzen Zores, der da in letzter Zeit sowieso schon ist, geben sich seit Wochen die Spitzenpolitker die Klinke in die Hand. Letzten Mittwoch Sarko, heute war Hollande da. Der Rummel war entsprechend. Da brauchen die uns nicht auch noch. 

Mehr in den nächsten Tagen.

Mittwoch, 21. September 2016

RIP Radioshift



Gestern das Macbook aufgeräumt, diverse Sachen aktualisiert und bei der Gelegenheit fast schon tränenden Auges das schöne Radioshift gelöscht. 

Man darf sich ganz sicher nicht beklagen - immerhin haben sie bei TuneIn nach der Ankündigung noch fünf Jahre gewartet, bis sie den Stecker gezogen haben - aber traurig ist es schon. Zumal es immer noch keinen vernünftigen Ersatz gibt. 

Denn auch bei Snowtape ist seit einiger Zeit der Server, auf dem die Sender gespeichert sind, nicht mehr erreichbar. Außerdem stürzt das nach Aufnahmen gern mal ab.

Falls jemand doch noch eine Lösung weiß, mit der man auf dem Mac Internetradio hören und möglichst so aufnehmen kann, dass der Stream nicht unnötig umcodiert wird, dann immer her damit.

Sonntag, 18. September 2016

Geschichten aus dem real existierenden Kapitalismus (23)

Heute: Alles im Interesse des Verbrauchers

Wir erinnern uns: vor zwei Jahren hat die britische Competition and Markets Authority auf Betreiben von P&O und DFDS die französische Reederei My Ferry Link in den Ruin getrieben. Begründung war eine angebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs durch Eurotunnel, denen die Schiffe von MFL gehörten.

Damals kostete ein Tagesausflug per Fähre von Calais nach Dover 23 Euro. 

Nun haben P&O und DFDS den Markt für sich allein und der Wettbewerb funktioniert soviel besser, dass die gleiche Tour rund 50 Euro kostet. Natürlich alles im Interesse des Verbrauchers. 

Samstag, 17. September 2016

Noch 'n Gesetz

Wie heißt eigentlich das Gesetz, nach dem man beim Basteln, Löten oder Programmieren präzis in dem Moment, wo man zum Abendessen abkommandiert wird, den totalen Cliffhanger hat?